Ruhe im Hirnareal verbessert das Langzeitgedächtnis

Wer sich ein paar hundert Bilder ansieht, erinnert sich später in der Regel nur noch an wenige. Welche es sind, lässt sich an der Hirnaktivität kurz vor Betrachten eines Bildes erkennen, wie Forscher herausgefunden haben. Kennt man die entscheidenden Aktivitätsmuster, lässt sich  die Gedächtnisleistung merklich steigern.

Die Forscher um Julie Yoo vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge (US-Bundesstaat Massachusetts) baten ihre Probanden 250 Landschaftsaufnahmen für jeweils wenige Sekunden anzuschauen und sich möglichst viele Fotos zu merken. Dabei untersuchten sie die Hirnaktivität der Probanden mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie. Es ergab sich ein klarer Zusammenhang: Sank die Aktivität einer bestimmten Hirnregion vor der Präsentation des Bilds, erinnerte sich der Proband später mit höherer Wahrscheinlichkeit an das Bild.

Die Wissenschaftler hatten sich dabei auf jene Hirnregion konzentriert, die maßgeblich daran beteiligt ist, szenische Informationen abzuspeichern  - den parahippocampalen Kortex. Sind die Neurone in diesem Gebiet sehr aktiv, verhindert dies offenbar ein erfolgreiches Abspeichern im Langzeitgedächtnis.

Im zweiten Teil ihres Experiments präsentierten Yoo und Kollegen ihren Probanden immer nur dann ein Bild, wenn sich die Hirnaktivität auf ein günstiges Niveau eingependelt hatte. Bei anschließenden Wiedererkennenstests konnten sich diese Testpersonen viel mehr Fotos merken: Sie schnitten im Mittel um 30 Prozent besser ab.


Quelle:
NeuroImage 10.1016/j.neuroimage.2011.07.063, 2011

Antwort schreiben